Indoor-Grow richtig gießen – Der vollständige Leitfaden für gesundes Pflanzenwachstum

Indoor-Grow richtig gießen – Der vollständige Leitfaden für gesundes Pflanzenwachstum

Indoor-Grow richtig gießen – Der vollständige Leitfaden für gesundes Pflanzenwachstum

Die richtige Bewässerung ist einer der wichtigsten Faktoren im Indoor-Growing. Auch wenn das Gießen im ersten Moment einfach erscheint, entstehen genau hier die meisten Fehler: Überwässerung, Unterwässerung, falsche Wasserqualität oder ungünstige Gießzeiten können die Entwicklung der Pflanzen erheblich beeinträchtigen. Dieser Leitfaden erklärt ausführlich, wie Sie Ihren Indoor-Grow optimal bewässern und welche Faktoren dabei entscheidend sind.

Warum korrektes Gießen im Indoor-Grow so wichtig ist

Pflanzen benötigen Wasser zur Nährstoffaufnahme, zur Regulierung ihres Stoffwechsels und zur Stabilisierung der Zellstruktur. Zu viel Wasser verdrängt Sauerstoff aus dem Wurzelbereich, während zu wenig Wasser die Nährstoffaufnahme hemmt und das Wachstum stoppt. Indoor ist die richtige Bewässerung besonders relevant, da Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Substratbedingungen stark kontrolliert werden.

Wie viel Wasser brauchen Indoor-Pflanzen?

Die Erde sollte stets leicht feucht, aber niemals dauerhaft nass sein. Die genaue Wassermenge hängt ab von der Pflanzengröße, der Topfgröße, der Substratstruktur sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Growraum. Ein sehr zuverlässiger Indikator ist das Gewicht des Topfes. Trockene Erde ist leicht, frisch gegossene Erde deutlich schwerer. Wer regelmäßig prüft, entwickelt schnell ein gutes Gefühl für den tatsächlichen Wasserbedarf.

Überwässerung erkennen und vermeiden

Überwässerung zählt zu den häufigsten Problemen im Indoor-Grow. Wird das Substrat zu nass, können die Wurzeln nicht genügend Sauerstoff aufnehmen. Typische Anzeichen sind verlangsamtes Wachstum, gelbe Blätter, schlaffe Stiele oder ein muffiger Geruch. Staut sich Wasser im Untersetzer, sollte dieses umgehend entfernt werden. Staunässe ist für Pflanzen auf Dauer deutlich gefährlicher als kurze Trockenphasen.

Wie oft sollte man gießen?

Es gibt keine feste Regel wie „jeden Tag“ oder „alle zwei Tage“. Der Rhythmus richtet sich ausschließlich nach dem tatsächlichen Bedarf. Muss täglich gegossen werden, ist der Topf vermutlich zu klein. Bleibt das Substrat über drei bis vier Tage feucht, ist der Topf möglicherweise zu groß. Sehr trockene Erde nimmt Wasser schlecht auf; in diesem Fall ist es sinnvoll, zunächst leicht anzufeuchten und anschließend vollständig zu gießen.

Drain-Gießen – sinnvoll oder nicht?

Wenn Pflanzen regelmäßig größere Wassermengen benötigen, können sie so gegossen werden, bis ein kleiner Teil Wasser unten aus dem Topf austritt. Dies wird als Drain-Gießen bezeichnet. Es sorgt dafür, dass das Substrat gleichmäßig durchfeuchtet wird und überschüssige Salze ausgespült werden. Bleibt die Erde jedoch zu lange nass, sollte die Bewässerungsmenge reduziert oder der Abstand zwischen den Gießvorgängen verlängert werden.

Die beste Tageszeit zum Gießen

Indoor-Pflanzen sollten idealerweise am Morgen bzw. zu Beginn der Beleuchtungsphase gegossen werden. Zu diesem Zeitpunkt starten die Stoffwechselprozesse der Pflanze, und das Substrat kann über den Tag hinweg leicht abtrocknen. Gießvorgänge am Abend erhöhen das Risiko von Wurzelfäule und Schimmelbildung. Das Wasser sollte ungefähr 20 Grad Celsius warm sein.

Leitungswasser, Regenwasser oder Osmosewasser?

Die Wahl des richtigen Gießwassers beeinflusst die Gesundheit der Pflanzen stark. Leitungswasser variiert regional stark in seiner Qualität, besonders im Härtegrad. Gefiltertes Wasser, beispielsweise aus einer Umkehrosmoseanlage, ermöglicht eine sehr präzise Einstellung von pH- und EC-Wert und ist daher besonders geeignet. Regenwasser ist weich, kann jedoch verunreinigt sein und sollte nur aus hygienisch geeigneten Behältern genutzt werden.

pH- und EC-Wert kontrollieren

Der pH-Wert bestimmt, welche Nährstoffe die Pflanze aufnehmen kann. Für Erde liegt der optimale Bereich zwischen 6,3 und 6,8. Der EC-Wert zeigt die Konzentration der Nährstoffe im Wasser an. Ein zu hoher EC-Wert führt zu Überdüngung, während ein zu niedriger Wert Mangelerscheinungen begünstigt. Ein gutes Messgerät für pH und EC ist daher sehr empfehlenswert.

Richtig gießen in verschiedenen Wachstumsphasen

Keimlinge

Keimlinge sind sehr empfindlich und benötigen ein dauerhaft leicht feuchtes Substrat, jedoch ohne Staunässe. Statt einer Gießkanne empfiehlt sich in dieser Phase ein feiner Zerstäuber.

Wachstumsphase

Pflanzen in der vegetativen Phase benötigen gleichmäßige Feuchtigkeit. Das Wasser sollte langsam eingegossen werden, um Kanäle im Substrat zu vermeiden, durch die Wasser ungenutzt abfließen könnte.

Blütephase

In der Blüte steigt der Wasserbedarf zunächst an und sinkt gegen Ende der Phase wieder. Auch hier gilt, dass gleichmäßige Feuchtigkeit wichtig ist, ohne dass das Substrat dauerhaft nass bleibt.

Bewässerungsprobleme frühzeitig erkennen

Fehler bei der Bewässerung zeigen sich oft schnell an Blättern, Stielen oder Wurzeln. Überwässerte Pflanzen wirken blass, matt oder entwickeln faul riechende Wurzeln. Unterwässerte Pflanzen verlieren ihre Stabilität, Blätter hängen schlaff herunter oder wirken vertrocknet. In beiden Fällen sollte das Gießverhalten sofort angepasst werden. Besonders ausgetrocknete Pflanzen lassen sich durch ein Wasserbad rehydrieren, bei dem der Topf langsam wieder Feuchtigkeit aufnimmt.

Hydroponik und Bewässerung

In hydroponischen Systemen unterscheiden sich die Gießmethoden grundlegend von Substratkulturen. Die Wurzeln erhalten kontinuierlich Sauerstoff, wodurch häufiger und in kleineren Mengen bewässert wird. Typisch sind fünf bis zehn kurze Bewässerungszyklen pro Tag. Etwa zwanzig Prozent mehr Wasser als der unmittelbare Bedarf sorgen dafür, dass alte Nährstoffe ausgespült und durch frische ersetzt werden.

Flushen vor der Ernte

Etwa zwei Wochen vor der Ernte sollte das Substrat gespült werden, um angesammelte Nährstoffe auszuwaschen. Dadurch verbraucht die Pflanze ihre internen Reserven, was zu einem saubereren Endprodukt führt. Dazu wird das Substrat mehrmals mit Wasser mit angepasstem pH-Wert durchdrängt, bis der EC-Wert des ablaufenden Wassers deutlich sinkt.

Fazit

Richtiges Gießen gehört zu den wichtigsten Grundfertigkeiten im Indoor-Growing. Überwässerung ist häufiger und schädlicher als Unterwässerung, und die individuellen Bedingungen in der Growbox bestimmen den tatsächlichen Wasserbedarf. Wer das Gewicht der Töpfe prüft, die Wasserqualität kontrolliert und die Bedürfnisse der Pflanzen im jeweiligen Entwicklungsstadium berücksichtigt, schafft optimale Voraussetzungen für gesundes Wachstum und stabile Erträge.